Patrick Dittombée vom KSB als Trainer des Jahres 2025 ausgezeichnet
Martin Mägdefessel, 22.03.2026
3 Grad über Null, Schneeregen verwandelt den Rasen in einen Morast aus Gras und Schlamm. Das Team kämpft sich durch schweres Geläuf, ächzt dem Ball hinterher. Am Spielfeldrand beackert Patrick Dittombée seine Coaching Zone – der Untergrund ebenso durchgewühlt wie der Strafraum. In dünner Jacke und Turnschuhen ruft er Anweisungen: „Pressing! Rausrücken! Schnell spielen!“ Der Schiedsrichter macht alles falsch. Alles wie immer.
Doch wir sind nicht im Hans-Geupel-Stadion in der Landesklasse. Wir schreiben das Jahr 2011. Patrick coacht seine D-Jugend in der Aue. Neben ihm: Co-Trainer Tobias Döpel, der später selbst sein Team viele Jahre als Kapitän anführen sollte. Es ist eines von vielen Spielen – und zugleich der Anfang von etwas Größerem.
Der Grundstein für eine Trainerkarriere, die ihn bis heute untrennbar mit dem VfB Apolda verbindet. Während er selbst noch in der Bezirksliga für die erste Männermannschaft auf Torejagd geht, im Küchenstudio seines Vaters arbeitet und mit Bands auf der Bühne steht – immer mit dem gleichen Einsatz. Immer. Ohne Ausnahme.
Es ist dieser innere Drang nach Erfolg. Die Motivation, etwas zu erreichen. Und die Unruhe, dass da immer noch mehr geht. Gepaart mit seinem manchmal übertriebenen Selbstbewusstsein bildet das die Grundlage für seinen Weg. Ein Weg, der ihn nun zu einer besonderen Auszeichnung geführt hat: Der Kreissportbund ehrte ihn als Trainer des Jahres 2025.

Sportlich spricht vieles dafür: In dieser Saison führte er den VfB Apolda souverän zum Klassenerhalt in der Landesklasse Staffel 1 – mit zehn Punkten Vorsprung auf die Abstiegsplätze. In den Jahren zuvor gelang der Ligaverbleib oft erst in letzter Minute. Doch unter seiner Führung hat sich das Team sichtbar weiterentwickelt. Der Trend zeigt nach oben – aktuell steht man sogar auf einem einstelligen Tabellenplatz.
Was früher von Schwankungen geprägt war, ist heute stabiler: Die Defensive steht sicher, die Fitness stimmt – und der „Lucky Punch“ kommt nun oft von Apolda selbst. Gleichzeitig hat Patrick den Generationswechsel im Team gestaltet. Seit der Saison 2022/23, als er die Mannschaft von Gordon Sierig übernahm, hat er erfahrene Spieler verabschiedet und junge Talente aufgebaut.
Heute führen Darius Fauer und Richard Hätscher das Team als Kapitäne. Anton Rabe gehört zu den gefährlichsten Flügelspielern der Liga. Dazu integriert er kontinuierlich neue Spieler und formt daraus eine echte Einheit – auf und neben dem Platz. Und wenn es sein muss, betreut er sein Team sogar auf Abschlussfahrten am Ballermann. Denn Erfolge müssen gefeiert werden – und am Ende sorgt er dafür, dass alle auf wundersame Weise wieder nach Hause kommen.
Seit 1999 ist Patrick Mitglied des Vereins. Ausgebildet von VfB-Legende René Gerlach, feierte er bereits als Spieler große Erfolge: Aufstiege, Kreis- und Landespokalsiege. Ein besonderer Moment: 2002 gewann ein Team aus dem Kreis den Thüringer Landespokal der B-Jugend. Im Finale verwandelte Patrick gegen den FC Carl Zeiss Jena den entscheidenden Elfmeter.
Dieses Sieger-Gen trägt er bis heute in sich. Das „Mia san Mia“ seines Lieblingsklubs wird in Apolda zu „Mir senn Mir“ – und genau das verkörpert er. In deutlichen Kabinenansprachen motiviert er, fordert und vermittelt eine klare Spielidee, die den VfB Apolda seit Jahren zu einer festen Größe macht.
Doch all das gelingt nicht allein. Auch diese Auszeichnung ist Teamarbeit. Gemeinsam mit Co-Trainer Michael Krups sowie Betreuern und Unterstützern wie Jens Gohlke, Karsten Fauer und dem sportlichen Leiter Peter Schedler teilt er diesen Erfolg. Mit Rückhalt durch den Vorstand, die Nachwuchsleiterin Marie Friedrich und den Präsidenten – seinen Vater – ist etwas Nachhaltiges entstanden.
Patrick ist vieles: Trainer, Motivator, Organisator, Antreiber – und manchmal auch Mahner an der Seitenlinie. Seine Leidenschaft spüren Mitspieler, Gegner und Schiedsrichter gleichermaßen. Nicht selten sammelt er mehr gelbe Karten als seine Spieler.
Heute ist er zudem Familienvater. Unser Dank gilt auch Katja, die ihn unterstützt und ihm den Rücken freihält, damit er dem Verein so viel geben kann.
Und so steht er weiterhin Woche für Woche am Spielfeldrand – im Regen oder bei glühender Hitze. In der Coaching Zone, voller Energie, wandelt wie ein Löwe im Käfig. Immer mit dem gleichen Ziel: sein Team zum Erfolg zu führen.
Mir senn Mir.
Patrick, danke für deinen unermüdlichen Einsatz – und herzlichen Glückwunsch zur Auszeichnung als Trainer des Jahres 2025!

Quelle:Martin Mägdefessel
